Scharf bis auf die Haut – 25 Jahre Andreas H. Bitesnich

(c) Andreas H. Bitesnich

Andreas H. Bitesnich, einer der auszog aus Licht und Schatten Kunstwerke zu hauen, der Bildhauer unter den Photographen nennt man ihn. Dem Mythos nach entschloss sich der Elektrohandel-Kaufmann vor 25 Jahren den erlernten Beruf an den Nagel zu hängen, zur Kamera zu greifen und stilbildend, unverkennbar einer der Aktphotographen der Gegenwart zu werden. Mission accomplished.

Was zeichnet Bitesnich aus?

Bilder unglaublicher Schärfe, detail- und spannungsreich, energetisch inszeniert. Lebende griechische Skulpturen im Augenblick festgehalten. Perfekt, zu perfekt sagen manche. Bitesnich hat autodidaktisch einen Stil, eine Methode entwickelt. Doch der Akt, der ihn bekannt und berühmt gemacht hat, war erst der Anfang. Bereits unter den Nacktbildern stechen die hervor, welche das Porträt, ein interessantes Gesicht, ein Detail hervorheben und wer dann seine Portraits betrachtet, speziell im großen Print sieht den gewachsenen Künstler in ihm. Er zaubert vielleicht keine verborgenen Seiten hervor, aber er hält das Ideal von Idolen in all seiner Tiefe fest – die gesamte Oberfläche, die wir sehen und lieben auf Film und Papier gebannt. Auch seine neuesten Photographien – stark kontrastierende City Photography – stehen in diesem Ethos. Los gelöst vom menschlichen Körper, wird der Körper der Stadt, in Momentaufnahmen festgehalten, die den Atem dieser manifest gewordenen Orte menschlichen Seins und Handelns unverkennbar aus den kleinen Details – als New York, Paris, Tokyo – zeichnen.

Bitesnich wird zum Meister des perfekten Ideals von Mensch und Menschenwerk, das zeichnet ihn aus. Selbst seine Versuche die andere Seite unserer Welt, das Unschöne, Kranke, Chaotische festzuhalten, sind schön, zu schön – der Makel der Schönheit, der Ästhetik bleibt auch hier sein Markenzeichen. (Möglicherweise) eine (zu) schöne Ausstellung für manche, sehenswert in der Spannung ihren Oberflächen, doch bar des Lebendigen manchmal.

Fazit: Technisch perfekt, vielleicht technisch zu perfekt hat Bitesnich den Blick für das Schöne geschärft und lässt es uns sehen, dafür gebührt ihm unendlicher Dank. Ohne Makel verliert es aber auch am Verständnis und damit auch dem Anerkennen für seine (methodische) Großleistung und die Schattenseiten, die in uns und in den Dingen liegen. (mbz)

(c) Andreas H. BitesnichAndreas H. Bitesnich. 25 Years of Photography
27.02. bis 09.06.2014

Website Andreas H. Bitesnich

Bild (c): Andreas H. Bitesnich

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